Definitionen
PABSBRAGÖR: Das gründlichste Ziel-Akronym (und warum das kein Fehler ist)
PABSBRAGÖR aus dem NLP klingt überladen.
Thomas liest das Akronym und schnaubt.
„PABSBRAGÖR.” Er tippt es in die Suchmaschine. „Das haben sich Leute ausgedacht, die zu viel Zeit hatten.”
Er liest weiter. Kommt zu Punkt 7.
ÖR (Ökologie-Rahmen): Welchen Preis musst du für das Erreichen dieses Zieles zahlen? Zeitlich? Emotional? Finanziell? Ist es dir das wert?
Thomas hört auf zu schnauben.
Was steckt hinter PABSBRAGÖR?
PABSBRAGÖR kommt aus dem NLP, dem Neurolinguistischen Programmieren. Es wurde entwickelt, um Ziele über die reine Messbarkeit hinaus psychologisch vollständig zu formulieren.
Das macht es gründlicher als SMART und persönlicher als AROMA. Der Preis: Es dauert länger. Was es wert ist, entscheidest du nach den nächsten Abschnitten.
Die 7 Kriterien im Detail
P: Positiv
Das Ziel ist in positiver Sprache formuliert. Keine Verneinungen.
Statt: „Ich will aufhören, Aufgaben aufzuschieben.” Besser: „Ich gehe neue Aufgaben sofort an.”
Das Unbewusste verarbeitet Verneinungen schlecht. Was du nicht willst, bekommt Aufmerksamkeit. Was du willst, bekommt Energie.
AB: Aktive Beteiligung
Du erreichst das Ziel aus eigener Kraft. Es hängt nicht entscheidend von anderen ab.
„Ich werde befördert” scheitert hier. „Ich entwickle die Kompetenzen für die nächste Führungsebene” besteht.
Thomas hatte genau dieses Problem. Sein Karriere-Ziel: Head of Production Germany. Aktive Beteiligung? „Ich brauche dafür die Zustimmung von drei Hierarchieebenen”, sagt er. „Das ist kein Ziel. Das ist Hoffnung.”
S: Spezifisch
Präzision. So klar, dass ein Außenstehender das Ziel ohne Rückfragen versteht. PABSBRAGÖR erlaubt hier (anders als nüchternere Methoden) die Verwendung aller Sinne: Was siehst, hörst, fühlst du, wenn du dein Ziel in Gedanken erlebst?
Diese sensorische Detailliertheit macht das Ziel für das Unbewusste greifbarer.
B: Beweis
Woran erkennst du, dass du angekommen bist? Wenn du morgens aufwachst und das Ziel erreicht ist: Was ist anders?
Dieser Beweis muss konkret sein. „Ich fühle mich erfüllt” reicht nicht. „Ich stehe morgens ohne Wecker auf und freue mich auf den Tag” funktioniert.
R: Ressourcen
Was brauchst du? Was hast du schon? Was fehlt noch?
Ressourcen können sein: Zeit, Geld, Fähigkeiten, Netzwerk, Wissen, Unterstützer, Mentoren.
Thomas macht diese Bestandsaufnahme. Fachlich hat er alles, was fehlt, ist die Überzeugung, dass er das Richtige tut.
AG: Angemessene Größe
Große Ziele geben Richtung. Kleine Ziele geben Energie. Beides wird gebraucht.
„Bis 2030 einer der einflussreichsten Produktionsleiter Deutschlands” ist ein Leitstern. „Bis März analysiere ich drei Best-Practice-Prozesse aus anderen Branchen” ist der nächste Schritt.
PABSBRAGÖR fragt: Was motiviert dich optimal? Ein Gigant am Horizont oder ein erreichbares Etappenziel?
ÖR: Ökologie-Rahmen
Hier wird Thomas still.
Welchen Preis musst du zahlen? Zeitlich? Emotional? Finanziell? Welche Konsequenzen entstehen? Ist es dir das wert?
Er rechnet: Head of Production Germany bedeutet 60-Prozent-Reisetätigkeit. Wochenenden in Hotels. Weniger Zeit für seine Frau, die gerade Sabbatical plant. Für seinen Sohn, der Abitur macht.
„Ist es mir das wert?”
Zum ersten Mal fragt er sich das wirklich.
„Nein”, sagt er schließlich. „Nicht so.”
Wann PABSBRAGÖR, wann etwas Einfacheres?
PABSBRAGÖR ist ein Werkzeug für wichtige Entscheidungen, nicht für den Alltag.
Für die Karriere-Frage: Ja. Für den Einkaufszettel: Nein.
Je mehr das Ziel dein Leben verändert, desto lohnender ist der Aufwand. Wenn du zwanzig Jahre für ein Ziel arbeitest, sind ein paar Stunden Vorbereitung keine Zeitverschwendung.
Was Thomas danach tat
Thomas verfolgt die Beförderung nicht mehr. Nicht weil er aufgegeben hat, sondern weil er jetzt weiß, was er wirklich will.
Er will exzellente Produktionsprozesse gestalten, in seiner Region, mit seinem Team und mit Zeit für seine Familie.
Das ist ein kleineres Ziel auf dem Papier. Aber es besteht den Ökocheck.
Wenn du merkst, dass dein Ziel den Ökocheck nicht besteht, oder wenn nicht klar ist, was dein Ziel überhaupt ist, dann schau dir Was sind Ziele wirklich? an. Und dann UnZiele. Manchmal ist das Ziel selbst das Problem, nicht seine Formulierung.
Das Zieltraum-Werkzeugset gibt dir den Überblick: Wann welches Werkzeug passt.