Definitionen
Ziele SMART definieren: Der Klassiker im Praxistest
SMART ist der Klassiker unter den Zielmethoden.
Das ist die eigentliche Frage hinter der SMART-Methode. Wie man Ziele richtig formuliert, ist dabei nur die Oberfläche. Darunter liegt die Frage, warum Klarheit die Voraussetzung für alles andere ist.
Was SMART bedeutet und woher es kommt
SMART ist ein Akronym. Jeder Buchstabe steht für eine Eigenschaft, die ein gut formuliertes Ziel haben sollte.
Das Akronym geht auf George T. Doran zurück, einen amerikanischen Unternehmensberater, der es 1981 im Management Review vorstellte: „There’s a SMART Way to Write Management’s Goals and Objectives.” Die ursprüngliche Version war auf Organisationen ausgelegt: Projektmanagement, Unternehmensführung, Führungskräfte.
Doran hatte beobachtet, dass Projekte weniger an fehlender Motivation oder mangelnden Ressourcen scheiterten als an unklaren Zieldefinitionen. Das „Ziel” war in Wahrheit ein Wunsch.
Die Lösung war strukturell: Ziele durchlaufen fünf Filter. Nur wenn alle fünf erfüllt sind, ist das Ziel ein Ziel.
Die 5 SMART-Kriterien erklärt
S wie Spezifisch
Das Ziel muss präzise genug sein, dass ein Fremder eindeutig erkennen kann: Ist es erreicht oder nicht?
„Ich will gesünder leben” ist kein spezifisches Ziel. „Ich koche jeden Dienstag und Donnerstag ein Gemüsegericht aus frischen Zutaten” erfüllt das Kriterium.
Die Prüffrage: Könnte eine unbeteiligte Person nach sechs Monaten zweifelsfrei sagen, ob du dein Ziel erreicht hast?
M wie Messbar
Messbar bedeutet, dass der Fortschritt schon während des Prozesses sichtbar ist, nicht erst am Ende.
Das ist entscheidend für die Motivation. Wer weiß, dass er nach 6 von 12 Monaten bei Kilometer 8 von 10 ist, kann rechtzeitig gegensteuern. Wer „irgendwie fitter werden” will, merkt den Rückstand erst, wenn das Jahr rum ist.
Die Prüffrage: An welchem konkreten Wert erkenne ich, wie weit ich bin?
A wie Attraktiv (manchmal: Aktionsbezogen, Akzeptiert, Achievable)
Hier divergieren die Quellen. SMART hat im Laufe der Jahrzehnte mehrere Auslegungen erfahren:
- Attraktiv: Das Ziel muss für dich motivierend sein.
- Aktionsbezogen: Die Zielerreichung liegt in deinen eigenen Händen, nicht im Ermessen anderer.
- Achievable: Das Ziel ist grundsätzlich erreichbar (überschneidet sich mit Realistisch).
Alle drei Perspektiven sind wertvoll. Die wichtigste ist für mich „Aktionsbezogen”: Du kannst beeinflussen, ob du jeden Dienstag kochst. Du kannst nicht beeinflussen, ob du befördert wirst.
Die Prüffrage: Kann ich dieses Ziel durch mein eigenes Handeln erreichen, unabhängig von anderen?
R wie Realistisch
Das Ziel sollte herausfordernd, aber erreichbar sein. Zu trivial demotiviert, zu unrealistisch auch.
Klein denken musst du deshalb nicht. Es geht darum, Meilensteine zu setzen, die tatsächlich machbar sind, und dich so von Etappe zu Etappe zu steigern. Ein großes Ziel wird durch realistische Zwischenziele erreichbar, ohne seinen Leitstern-Charakter zu verlieren.
Die Prüffrage: Ist das Ziel angesichts meiner aktuellen Ressourcen und Umstände realistisch erreichbar?
T wie Terminiert
Das Ziel hat ein konkretes Datum. Nicht „diesen Winter”, sondern „31. Januar”.
Ohne Deadline ist jedes Ziel beliebig verschiebbar. Die Deadline erzeugt Verbindlichkeit, weniger über Druck als dadurch, dass sie die Gegenwart mit dem Zukunftsbild verbindet.
Die Prüffrage: Bis wann genau will ich dieses Ziel erreicht haben?
Dein SMART-Ziel in 5 Schritten
Was SMART gut kann und was nicht
SMART ist ein hervorragendes Werkzeug für klar definierbare Ziele: Projekte, Sport, Karriere-Etappen, Lernziele. Es strukturiert Absichten in handlungsfähige Pläne.
Was SMART nicht leistet, ist die Frage nach dem Warum: ob das Ziel wirklich deins ist, ob es zu deinen Werten passt und ob du nach der Zielerreichung zufrieden oder leer sein wirst.
Dafür gibt es Ergänzungen:
- AROMA fügt das Kriterium „Annehmbar” hinzu und fragt damit nach der emotionalen Stimmigkeit: Wollen dein Kopf und dein Bauch dasselbe?
- PABSBRAGÖR erweitert SMART um den Ökologie-Check: Welche Auswirkungen hat dein Ziel auf andere Lebensbereiche und auf andere Menschen?
- WEGE fragt nach dem intrinsischen Antrieb: Willst du das wirklich, oder glaubst du nur, es wollen zu müssen?
SMART ist der präzise Anfang, die anderen Methoden liefern die Tiefe darunter.
Den Überblick über alle Zielmethoden (und welche wann passt) findest du im Zieltraum-Werkzeugset.
Dieser Artikel ist Teil der Serie Transform, dem Weg von der Absicht zur Verwandlung. Phase 1: Ziele setzen.