Lebensziele
Was ich will und warum die Antwort darauf so schwer ist
Wenn das Leben eigentlich ganz gut ist, woher soll dann die Energie für Ziele kommen?
„Was ich will? Was willst Du?!”
Die Stimme im Kopf ist scharf. Anklagend fast.
„Du erzählst hier vollmundig von Zielen und was Du willst. Und dann? Dann bekommst Du Deinen faulen Arsch nicht in Bewegung. Aber klar. Du hast natürlich wieder jede Menge ganz tolle Gründe, wieso Du Deinem Ziel gerade wieder keinen Schritt näher kommen konntest.”
„Ja”, denke ich, „vielleicht ist es das: Es geht uns zu gut.”
Ich sitze unter einem Apfelbaum, umgeben von summenden Insekten, die sich glücklich über die heruntergefallenen Äpfel hermachen. Ich kaue an einem Grashalm, genieße die Spätsommersonne und lausche meinen inneren Stimmen bei der Diskussion, was ich will und warum viele Menschen solche Schwierigkeiten damit haben.
Zwei Gründe, sich zu bewegen
„Menschen verändern sich aus zwei Gründen”, rezitiert eine Stimme in meinem Kopf. „Nämlich:
- Hoffnung auf die Zukunft
- Schmerz in der Gegenwart
Wenn ich weiß, was ich will, und ein Ziel verfolge, das beides vereint, dann steigt meine Zielmotivation ins Unermessliche.”
Ich nicke und weiche geschickt einem herunterfallenden Apfel aus.
Puh. Knapp.
Dann erst merke ich, dass ich dabei in einen ziemlich weichen Apfel getreten bin. „Sch…” brumme ich, schüttle die Reste ab.
Das Paradox der Zufriedenheit
„Doch was tun, wenn die Gegenwart gar nicht so übel ist? Wenn das Leben lebenswert ist, Gesundheit, Sicherheit, Ernährung: alles im grünen Bereich?”
„Ja sogar noch schwieriger: Wenn ich gelernt habe, das Hier und Jetzt zu lieben, geerdet und mit mir im Reinen bin?”
Ich verharre auf der Wiese.
„Stimmt es? Sind Zufriedenheit und Erdung der natürliche Feind des Ziele-Coachs? Ist es unser Job, gegen Meditationszentren anzukämpfen, damit die Menschen nicht vergessen, mit ihrem Leben angemessen unzufrieden zu sein?”
„Nein. Das übernehmen ja schon Gesellschaft und Medien.”
„Aber was, wenn sich der Trend zur Achtsamkeit fortsetzt? Menschen, die gelernt haben, im Moment zu leben: Wollen sie überhaupt noch Ziele?”
Ziele und Zufriedenheit sind kein Widerspruch
Ich schüttle kurz den Kopf. Was für Gedanken. An so einem schönen, sonnigen Tag.
Die Frage ist doch: Wenn du ein Ziel erreichen möchtest, dein Leben dich jetzt aber schon zufriedenstellt, wieso solltest du dann den Preis für dein Ziel zahlen wollen? Willst du wie ein Getriebener von Ziel zu Ziel hetzen?
Wohl eher nicht.
Aber heißt das: Niemand soll sich mehr Ziele setzen?
„Nein. Ziele sind toll! Ich bin nicht Ziele-Mentor geworden, um Menschen von Zielen abzuraten.
Es geht mir um den sensiblen Umgang mit Zielen. Sind es deine Ziele? Sind sie dir den Preis wert, den sie einfordern?
Gibt es etwas Inspirierenderes als einen Menschen, der voller Begeisterung seine Lebensaufgabe lebt? Wenn dir jeder Schritt auf deinem Weg Freude macht, ist es kein Job mehr mit Tasks, die erledigt werden müssen. Dann begleiten dich Freude und Bestimmung durch den Tag.
Da kann der Preis des Zieles plötzlich verschwindend gering werden und der Gewinn dagegen unbeschreiblich hoch.”
Was das mit UnZielen zu tun hat
Genau hier beginnt das, was wir bei zieltraum UnZiele nennen.
UnZiele sind Richtungen, die aus einem selbst kommen, keine Ziele, die man vom Verstand formuliert, weil man sie haben sollte. Man verfolgt sie, weil es sich richtig anfühlt, auch wenn niemand zuschaut.
Der Unterschied zwischen einem Ziel und einem UnZiel liegt darum weniger in der Formulierung als in der Quelle.
Ja, denke ich mir. Das ist es, was ich bei zieltraum mache, und das ist es, was ich will: Nicht weitere Ziel-Zombies erschaffen, sondern Menschen wie dir helfen, ihre Bestimmung und ihr Lebensziel zu finden und zu verwirklichen.
Wer seinen eigenen Weg finden will, ist hier richtig.
Was willst du?
Alle Werkzeuge zur Zielfindung auf einen Blick: Das Zieltraum-Werkzeugset.