Trance

Trance ist fokussierte Aufmerksamkeit mit ausgeblendetem Nebensächlichen, nicht zwingend Entspannung.

Was ist Trance?

Trance ist ein Zustand stark fokussierter Aufmerksamkeit, bei dem alles Nebensächliche aus dem Bewusstsein rückt. Der Name Hypnose, abgeleitet vom griechischen Wort für Schlaf, legt fälschlich nahe, es gehe dabei immer um Entspannung und einen schlafähnlichen Zustand. Das trifft nur einen Teil der Wirklichkeit. Die Fokussierung auf Entspannung ist eine mögliche Ausprägung von Trance, aber längst nicht die einzige.

Die meisten Menschen erleben Alltagstrancen ganz ohne Hypnotiseur und ohne es zu bemerken. Die Autofahrt, bei der du dich am Ziel nicht an die Strecke erinnerst. Das Buch, das die Umgebung für Stunden verschwinden lässt. Der Sport, bei dem der Körper zu funktionieren scheint, ohne dass du jeden Schritt bewusst steuerst. In all diesen Momenten ist die Aufmerksamkeit so eng auf eine Sache gerichtet, dass alles andere ausgeblendet wird, ganz gleich, ob dabei Anspannung oder Ruhe herrscht.

Wie wirkt Trance?

In einer Trance verändert sich die Aktivität bestimmter Hirnareale, besonders solcher, die an Selbstbeobachtung und innerem Kommentar beteiligt sind. Diese Bereiche treten in den Hintergrund, während die Aufmerksamkeit auf ein einziges Ziel konzentriert bleibt. Das erklärt, warum sich Trance so gut zur Arbeit mit automatischen Gedankenmustern eignet: Der ständige innere Kritiker meldet sich seltener zu Wort, und dadurch werden Lösungswege denkbar, die im wachen Alltagsbewusstsein von genau diesem Kritiker blockiert würden.

Wichtig ist dabei, dass Trance kein Zustand der Willenlosigkeit ist. Auch in einer hypnotisch eingeleiteten Trance bleibt die Fähigkeit erhalten, den Zustand jederzeit zu unterbrechen, wenn das gewollt ist. Die Bilder von Showhypnosen, bei denen Menschen scheinbar fremdgesteuert handeln, beruhen auf extrem empfänglichen Personen mit einer starken eigenen Motivation, mitzumachen; magische Fremdkontrolle braucht es dafür nicht.

Häufiges Missverständnis

Der verbreitetste Irrtum: Trance sei automatisch Entspannung, und ohne Ruhe könne keine Trance vorliegen. Das Gegenteil zeigt sich im Sport, wo Trancezustände zur Steigerung von Leistungsfähigkeit genutzt werden, mitten in körperlicher Anstrengung. Die Engführung der Aufmerksamkeit macht den Zustand aus, auch bei hohem Puls.

Ebenso häufig wird Trance mit Bewusstlosigkeit oder Kontrollverlust verwechselt. Tatsächlich bleibt Wahrnehmung während der gesamten Zeit erhalten, nur eben stark gefiltert und auf einen Punkt gerichtet. Wer schon einmal ein Buch verschlungen und die Zugansage verpasst hat, kennt diesen Zustand aus eigener Erfahrung, ganz ohne Hypnotiseur im Raum.

Trance bei Zieltraum

Wie Trance gezielt genutzt wird, um mit dem Unbewussten zu arbeiten und Widerstände zeitweise zu umgehen, erklärt der Grundlagen-Artikel Was ist Hypnose. Ihre nahe Verwandtschaft zu einem Zustand, den du vermutlich schon selbst erlebt hast, beschreibt Flow: Der Zustand, in dem Arbeit sich selbst trägt. Wer Trance lieber geführt statt allein erleben will, findet passende Aufnahmen unter Ziele-Hypnosen.

Trance ist damit kein exotischer Ausnahmezustand, sondern etwas, das du vermutlich schon diese Woche erlebt hast, meistens ohne es Trance zu nennen.

Für die praktische Arbeit mit Zielen zählt vor allem, dass sich der Zustand gezielt herbeiführen lässt, statt nur zufällig aufzutreten. Eine Hypnose-Sitzung, eine Meditation oder ein gut gebautes Einstiegsritual vor einer anspruchsvollen Aufgabe nutzen alle denselben Mechanismus, nur mit unterschiedlichem Ziel: den inneren Kommentator kurz leiser zu stellen, damit die eigentliche Aufgabe den Raum bekommt, den sie braucht.