Definitionen
Was sind Ziele wirklich? Und warum deine vielleicht gar nicht deins sind.
Was sind Ziele?
Bei der Frage „Was sind Ziele” kommt man nicht an einer Definition vorbei: Jede Handlung (und auch deren Unterlassen) verfolgt einen Zweck und damit ein Ziel.
Okay. Das erklärt eher „Was ist eine Handlung” als „Was ist ein Ziel.” Also Lexikon: Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert: Ein Ziel ist eine „Sollgröße, mit der ein Istzustand verglichen wird, der so lange zu bearbeiten ist, bis er dem Sollzustand entspricht.”
Was sind Ziele also? Irgendetwas, das ich haben oder erreichen möchte, aber aktuell noch nicht habe. Und daran arbeite ich, bis ich es erreicht habe.
Das kann ein Ort, ein Gegenstand oder eine Eigenschaft sein. Im Grunde alles. Was es zu einem Ziel macht, ist mein Wille, es zu erreichen.
Damit ist die Aussage „Ich habe keine Ziele” schlichtweg unmöglich. Denn selbst „sich was zu trinken holen” wäre ein Ziel.
Also: Was sind Ziele nun?
Jeder Atemzug verfolgt das Ziel, dich mit Sauerstoff zu versorgen und am Leben zu halten. Wenn du das bezweifelst, bitte einen Freund, dir kurz ein Kissen aufs Gesicht zu drücken. Nach vermutlich kurzer Zeit wird dieses eine Ziel in deinem 100%igen Fokus stehen.
- Ziel: Sauerstoff.
- Notwendige Aktion: Atem holen.
- Hindernis: Kissen.
- Aktion: Zappeln und den Typen mit dem Kissen entsorgen. 😉
Ich hoffe, ihr seid danach noch Freunde.
Was ist der Unterschied zwischen Traum und Ziel?
Meist, wenn die Frage „Was sind Ziele?” auftaucht, steht man an einem Punkt im Leben, an dem man bisherige Ziele hinterfragt: „Möchte ich das mein restliches Leben machen?” Oder man gibt sich der Illusion hin, nie Ziele gehabt zu haben. Dann war das Ziel meistens Bequemlichkeit und Verantwortungslosigkeit.
Die Frage ist also nicht, ob du ein Ziel hattest, sondern welche Ziele du bisher verfolgt hast, und ob du vielleicht die ein oder andere Zielsetzung einer Überprüfung unterziehen möchtest.
Was sind Träume?
Träume sind unerreichbar. Utopien und Ideale, die in dieser Form unrealistisch, aber extrem motivierend sind.
Träume sind eine Richtung, ein Leitstern, der vielleicht nie ganz erreicht werden kann, doch stets klar und eindrucksvoll am Firmament leuchtet. Ein Traum kann konkret oder vage sein, wobei klare, präzise Träume nach meiner Erfahrung eine deutlich stärkere Sogwirkung haben.
Träume sind der Stoff, aus dem die Ziele geschneidert werden. (Holger Theymann)

Wenn du ein Ziel aus dem Traum eines Anderen schneiderst, mag die Zielbeschreibung noch so SMART formuliert sein: Der Stoff wird scheuern. Du wirst dich in dieses Ziel hineinzwängen, solange es nötig ist. Aber das hat seinen Preis: Wundgescheuerte Stellen. Im übertragenen Sinne: Übellaunigkeit, Suchtverhalten, chronische Müdigkeit, Burnout.
Was sind Ziele stattdessen?
Ein Ziel ist sehr konkret. Im Optimalfall unmissverständlich. Und im Gegensatz zu Träumen enthält ein Ziel stets eine klare Definition, wann es erreicht ist.
Ziele müssen erreichbar sein. Ein gutes Ziel ist so formuliert, dass ein beliebiger Fremder anhand der Formulierung erkennen kann, wann genau es erreicht wurde.
Damit das gelingt, werden Ziele nach Kriterien wie SMART, AROMA, PABSBRAGÖR oder WEGE definiert. Diese Kriterien helfen dir, dein Ziel unmissverständlich zu beschreiben.
Konkrete Unterschiede: Was sind Ziele, was Träume nicht sind?
- Ziele sind realistisch erreichbar.
- Der Fortschritt ist messbar.
- Das Ziel hat eine Deadline.
Ziele sind realistisch erreichbar
Träume liegen im Unendlichen oder sind so weit weg, dass sie realistisch nicht erreicht werden können.
Ziele müssen erreichbar sein, und zwar nicht nur hypothetisch. Von dir, der du dir dieses Ziel setzt. Hast du nicht die geringste Idee, wie du ein Ziel erreichen könntest? Dann ist es kein Ziel. Zumindest nicht nach dieser Definition.
Der Fortschritt ist messbar
Da ein Traum ein Ideal im Unendlichen verkörpert, kann er nicht erreicht werden. Fortschritte dorthin sind nicht messbar.
Ein Ziel dagegen ist so definiert, dass auch der Fortschritt auf dem Weg dahin erkennbar ist. Ist mein Ziel, 100 Meter zu laufen, dann weiß ich nach 25 Metern: Ich habe ein Viertel geschafft.
Genau zu sehen, wie viel näher dich deine Arbeit heute an dein Ziel gebracht hat, kann durchaus motivierend sein. Das Abhaken erledigter Aufgaben tut ja schon bei der Einkaufsliste erstaunlich gut.
Das Ziel hat eine Deadline
Wohlformulierte Ziele bauen durch den konkreten Termin einen gesunden Druck auf. Die „Am-Abend-vor-Fristende-noch-Steuererklärung-Macher” unter uns kennen den motivierenden Nutzen einer Deadline sehr gut.
Was sind Ziele? Ein Traum mit einem Termin. (Verfasser unbekannt)
Was die Wissenschaft sagt

Genau das deckt sich mit dem, was ich in der Praxis beobachte: Die Formulierungstechnik allein entscheidet wenig, solange das Ziel nicht wirklich deins ist.
Warum deine Ziele vielleicht gar nicht deins sind
Gerade bei der Suche nach neuen Zielen lohnt sich die Frage: „Wozu möchte ich das erreichen? Begeistert mich das wirklich? Welches Bedürfnis in mir wird dadurch gestillt?”
Denn irgendwann kann der Zeitpunkt kommen, an dem du feststellst, dass du 20 Jahre deines Lebens in ein Ziel gesteckt hast, mit dem dich wenig verbindet.
Das ist menschlich, kein Drama. Und es ist der Moment, in dem sich Zielarbeit wirklich lohnt, denn von hier aus kannst du neu wählen.
Ziele-Zombies
Das Problem der Ziele-Zombies wird durch die üblichen Business-Zielkriterien nicht gelöst (das ist auch nicht ihr Zweck). Dieses Thema sollte bereits bei den Überlegungen zum Traum berücksichtigt werden, aus dem das Ziel entsteht. Doch diese Vorstufe spielt im Business kaum eine Rolle.
Wenn Ziele-Zombies das sind, was von einem übrig bleibt, wenn man sich zu lange in den Traum eines Anderen gezwängt hat, was passiert dann, wenn man Ziele aus seinen eigenen Träumen lebt?
Solche Ziele ziehst du vermutlich gerne an.
Was ist ein Ziel im Optimalfall? Ein Maßanzug aus deinen eigenen Träumen. Dann hältst du auch im tiefsten Wellental noch Kurs.
Auf Zieltraum findest du zu diesem Thema
Dieser Artikel ist der Einstieg in Phase 2: Ziele setzen. Hier sind die nächsten Schritte:
Und jetzt?
Du weißt jetzt, was Ziele sind und was sie von Träumen unterscheidet. Und du weißt, dass die eigentliche Arbeit weniger in der Formulierungstechnik liegt als in der Frage: Ist das wirklich mein Ziel?
Wenn die Antwort ja ist, brauchst du das Ziel vermutlich nicht weiter zu verfeinern. Dann lohnt sich eher der Blick auf das, was es sabotiert.
In Phase 3 geht es um die Widersacher: die inneren Glaubenssätze, Gewohnheiten und Ängste, die dich davon abhalten, deine eigenen Ziele zu leben. Auch wenn du sie längst kennst.