Ziele fokussieren: Warum Buffetts 5/25-Regel eine Verbotsliste ist
Die 5/25-Regel: 25 Ziele aufschreiben, 5 auswählen, die anderen 20 aktiv meiden.
Moritz hat drei Notizbücher. In jedem stehen Ziele. Er hat sie an einem Dienstagabend gezählt: einunddreißig.
Das Video-Interview-Format für die NGO. Der Podcast. Die Social-Media-Kampagne. Der Vortrag. Das Buch, irgendwann. Jedes einzelne fühlt sich wichtig an. Genau das ist das Problem.
Die 5/25-Regel in drei Schritten
Die Regel wird Warren Buffett zugeschrieben und geht so:
- Schreibe 25 Ziele auf, die dir wichtig sind. Beruflich, privat, alles auf eine Liste.
- Markiere die 5, die dir am meisten bedeuten, auch wenn andere gerade dringender wirken.
- Und jetzt der Schritt, den fast alle falsch verstehen: Die übrigen 20 kommen nicht auf eine „Später”-Liste. Sie kommen auf die Vermeide-um-jeden-Preis-Liste.
Der dritte Schritt ist die eigentliche Regel. Die 20 gestrichenen Ziele sind gefährlicher als jede Ablenkung von außen, denn es sind Dinge, die dir wirklich am Herzen liegen. Sie fühlen sich nie wie Zeitverschwendung an. Genau deshalb fressen sie die fünf wichtigen auf.
Warum Streichen schwerer ist als Wollen
Jedes Ziel auf deiner Liste erfüllt ein Bedürfnis: gesehen werden, dazugehören, wachsen, absichern. Beim Streichen meldet sich deshalb sofort eine innere Stimme: „Aber das brauchst du noch!” Wer verstehen will, welche Bedürfnisse da eigentlich sprechen, findet in der inneren Landkarte das Handwerkszeug dazu.
Und manchmal zeigt die Übung etwas Unbequemeres: Keines der 25 Ziele gehört zu den wichtigen fünf, weil die wichtigen gar nicht auf der Liste standen. Dann geht es bei dir gerade weniger um Fokus als um die Frage davor. Für die gibt es die UnZiele.
So wendest du die Regel an
Für den Start mit einem der fünf Ziele hilft danach die 72-Stunden-Regel: Innerhalb von drei Tagen der erste konkrete Schritt, sonst stirbt der Vorsatz. Und wie du das einzelne Ziel dann sauber formulierst, zeigen dir SMART und AROMA.
Was aus den einunddreißig wurde
Moritz hat die Übung gemacht. Sechsundzwanzig Ziele wanderten auf das zweite Blatt. Es hat wehgetan, sagt er, besonders beim Podcast.
Geblieben ist unter anderem das Video-Interview-Format. Es ist das erste Projekt seit Jahren, das er zu Ende gebracht hat. Mehr gearbeitet hat er dafür nicht; es kam ihm nur zum ersten Mal nichts Wichtigeres dazwischen. Es gab ja nichts Wichtigeres mehr.
Die 5/25-Regel ist Teil des Zieltraum-Werkzeugsets. Was du willst, beantwortet sie dir nicht; aber sie sorgt dafür, dass genau das eine Chance bekommt.