Wie innen, so außen: Geld-Blockaden und der Widersacher »nicht gut genug«

Feng-Shui-Coach Anja Dilshener über Geld-Glaubenssätze, warum unsere Räume das Innere spiegeln und wie sie ihren eigenen Widersacher »ich bin nicht gut genug« entlarvt hat.

Im Rahmen der „Erkenne Deinen Widersacher Challenge” spricht Holger Theymann mit Anja Dilshener, Feng-Shui-Coach und Coach für Manifestation. Ihr Interview zeigt: Widersacher sind nicht immer nur innere Ängste und Glaubenssätze: manchmal stehen sie ganz sichtbar im eigenen Wohnzimmer.

Wie innen, so außen

Der Begriff „Widersacher” meint in dieser Reihe die inneren Hindernisse: Glaubenssätze, Schwierigkeiten, Probleme, die wir im Laufe des Lebens angesammelt und wie in einem großen Sack mit uns herumschleppen. Anja Dilshener ergänzt diese Sicht um einen Blick nach außen: „Wie innen, so außen.” Die Räume, in denen wir leben, spiegeln unser Inneres wider. Das sei nichts Neues, und doch seien viele überrascht, wenn es tatsächlich so ist, weil man in den eigenen Räumen betriebsblind wird und Blockaden nicht mehr bemerkt.

Als Feng-Shui-Coach arbeitet sie bewusst anders als eine klassische Feng-Shui-Beraterin: Sie hat sich auf das Bagua konzentriert, die neun Lebensbereiche, in denen sich das ganze Leben abbildet. Seit über 20 Jahren stellt sie dabei fest, dass der Fokus bei ihren Beratungen sehr stark auf dem Bereich Reichtum und Wohlstand liegt: hier haben besonders viele Menschen Bedarf.

„Man darf kein Geld haben”

Genau daraus ist ihre Mission entstanden: ein neues Money-Mindset zu verbreiten. Denn sehr viele Menschen tragen Stress rund um das Thema Geld in sich: Sätze wie „man darf kein Geld haben” oder „Geld macht blöd”. Als sie das öffentlich auf Facebook thematisierte, bekam sie persönliche Nachrichten, sie solle mit dem „Blödsinn”, Geld verdienen zu wollen, aufhören.

Holger Theymann steuert seinen eigenen Geld-Glaubenssatz bei: „Geld zeigt den Charakter.” Geld verderbe niemanden: ein lieber Mensch bleibt auch mit Geld ein lieber Mensch. Wer wohlhabend ist, hat mehr Möglichkeiten und muss sich nicht anbiedern. Auch viele spirituelle Menschen, so beide, nagten sinnbildlich am Hungertuch, weil sie glauben, mit Spirituellem dürfe man kein Geld verdienen.

Für Anja Dilshener ist Geld nichts Böses, sondern ein Werkzeug für Qualität und Werte: Damit lassen sich hochwertigere Produkte kaufen und der ökologische Fußabdruck berücksichtigen. Sie führt das am Beispiel Lebensmittel aus: Massenproduktion drückt den Preis und damit die Möglichkeit, würdevolle Tierhaltung oder eine wertschätzende Qualität mitzuliefern. Wer dagegen Erdbeeren bei einem Biobauern kauft, der genug Felder hat, damit sich die Erde regenerieren kann, unterstützt nicht nur bessere Qualität, sondern auch den Menschen dahinter, der wiederum expandieren kann, mehr Arbeitsplätze schafft. Geld, das sinnvoll fließt, zieht Kreise.

Der überraschendste Widersacher: „Ich bin nicht gut genug”

Ihr persönlich überraschendster Widersacher war ein Glaubenssatz, der sie lange blockierte: „Ich bin nicht gut genug.” Obwohl sie unbedingt online gehen wollte, bekam sie über Jahre „den Hintern nicht hoch”. Erst in einem Coaching (sie lässt sich selbst jede Woche coachen) wurde ihr bewusst, dass sie im Grunde das Gefühl hatte, keiner interessiere sich für sie, sie sei nicht gut genug. Genau das strahlte sie aus, entsprechend wenige Kunden kamen. Lange dachte sie, ihr Erfolg hänge von etwas außerhalb von ihr ab, nicht von ihr selbst.

Bemerkenswert daran: Fachlich stand sie längst auf sicherem Boden: Innenarchitektur-Studium, jahrzehntelange Arbeit in dem Bereich, obendrauf die Ausbildung zur Feng-Shui-Beraterin. Der Verstand wusste um diesen soliden Hintergrund, dem Gefühl half das nicht. Auch Affirmationen brachten nichts: 21 Tage lang „ich bin gut genug” zu wiederholen, funktionierte nicht.

Was funktionierte, war, sich den Glaubenssatz erst einmal richtig bewusst zu machen. Denn er hatte ihr ganzes Leben ausgerichtet, und einen positiven Nutzen: Weil sie „gut genug werden” wollte, hat sie sich angestrengt, viele Bücher gelesen, ist zur Spezialistin und zum ehrgeizigen Menschen geworden. Ihre Überzeugung: Widersacher haben immer zwei Gesichter. Zu jedem positiven Nutzen gehört eine Kehrseite. Einen Glaubenssatz einfach zu „löschen”, hält sie deshalb für schwierig und selten sinnvoll. Ihr geholfen hat, die Lernaufgabe dahinter zu erkennen und so „gut genug sein” von „ehrgeizig sein” zu entkoppeln. Seit sich diese Kopplung gelöst und ihre Perspektive auf sich selbst geändert hat, laufen ihre Kurse und Coachings gut.

Der Widersacher im Alltag und ein Rat an Coaches

Dass Widersacher auch ganz banal auftreten, zeigt ihr aktuelles Projekt: der nächste Online-Workshop „Feng Shui und Wohlstand”. Ihr momentaner Widersacher ist der unsortierte Stapel an Unterlagen (teils ausgedruckt, teils im Buch, teils auf dem Bett), auf den sie einfach keine Lust hat. Ihre Feng-Shui-Lösung: ein schöner, haptisch angenehmer Ordner, den sie gern in die Hand nimmt und in den sie alles sofort einsortiert. Nur besorgt hat sie ihn noch nicht.

Als häufigste Gründe für Geldsorgen nennt sie fehlende Disziplin, fehlendes Vertrauen, fehlenden Fokus. Und wieder das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Ihr Top-Tipp: sich bewusst machen, wie viel man wirklich haben möchte, denn viele wünschen sich zu wenig. Man solle konkret aufschreiben, was man will, und nachsehen, was es kostet, nicht nach dem Geldbeutel, sondern nach dem echten Wunsch. Und prüfen, ob es der eigene Wunsch ist: Sie selbst wollte weder das Haus noch das „dicke Auto”, das andere für erstrebenswert hielten.

Ihre wichtigste Botschaft an Coaches: Sei dir sicher, dass du etwas bewegst: wer auch nur einen einzigen Menschen weiterbringt, macht einen Unterschied. Entscheidend sei echtes Mitgefühl, das über Empathie hinausgeht: aufstehen, hingehen, tun. Denn Nachdenken und Träumen allein reicht nicht: sie selbst musste sich erst in Bewegung setzen. Ihr Fazit fasst die Challenge zusammen: „Du bist es wert, du bist gut genug, du machst einen Unterschied.” Wer das verinnerlicht, verändert seine Ausstrahlung und darf sich zugleich erlauben, genug Geld zu haben, um das eigene Potenzial voll auszuschöpfen.


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